Abteilung Muffensausen: Polizei stellt sich für Silvester in Dortmund-Dorstfeld auf

Nach den Ereignissen der Silvesternacht 2015 / 16, als es in Köln und vielen anderen Städten, u.a. auch in Dortmund, zu vielfachen Sexübergriffen auf Frauen kam, stellen sich die Sicherheitsbehörden darauf ein, die Feierlichkeiten in diesem Jahr zu schützen.

Dazu steht ein vergleichsweise knappes Personalkontingent zur Verfügung, ein Großteil der verfügbaren Einsatzhundertschaften in Nordrhein-Westfalen verteilt sich auf Köln und Düsseldorf. Auch die Dortmunder Polizei bereitet sich auf eine arbeitsintensive Nacht vor und sorgt sich vor neuerlichen Übergriffen in der Innenstadt.

Dortmund wäre aber nicht Dortmund, wenn die lokale Polizeibehörde ihren persönlichen Kleinkrieg gegen „die Rechten“ an Silvester ruhen lassen würde: Nachdem es in den vergangenen zwei Jahren rund um den Dorstfelder Wilhelmplatz zu Zusammenstößen zwischen Polizisten und Dorstfelder Anwohnern gekommen war, die ihren Ursprung jeweils in grundlosen Provokationen bzw. Übergriffen der Staatsmacht hatten, soll 2016/17 ein Großaufgebot der Beamten Präsenz zeigen. Diese Beamten fehlen freilich an den tatsächlichen Brennpunkten unserer Stadt.

Provokation der Dorstfelder Bevölkerung als Polizeistrategie

Tatsächlich setzen die Polizeibeamten auf eine durchschaubare Taktik: Durch ein hohes Polizeiaufgebot sollen Passanten und Anwohner zu Fehlverhalten animiert werden, welches, begünstigt durch Alkohol, an Silvester überdurchschnittlich häufig zu erwarten ist. Anschließend greifen die üblichen Repressionsmuster, um einen willkommenen Anlaß zur Kriminalisierung zu finden.

Wer letztendlich überhaupt beteiligt ist, wird im Nachgang schleunigst verwischt und die Schuld pauschal auf „die Rechten“ geschoben: Schon im vergangenen Jahr wurden voreilig 18 Personen festgenommen, nachdem ein von Nationalisten bewohntes Haus in der Thusneldastraße gestürmt wurde, letztendlich mußten die Ermittlungsverfahren aber bereits zum Großteil eingestellt werden, ob es überhaupt zu Anklagen kommt, ist noch offen. Nicht ermittelt werden konnten derweil ein gutes Dutzend Tatverdächtiger, die zwar videographiert wurden, aber trotz intensiven Nachforschungen der Polizei anonym blieben – wohl, weil die Schuldzuweisung in Richtung der „rechten Szene“ nicht greift und es sich vielmehr um einfache Anwohner handelte, die sich mitunter als Folge polizeilicher Provokationen zu Überreaktionen hinreißen ließen. Solche Details werden in der öffentlichen Darstellung freilich nicht erwähnt.

Prognose für 2016: Deeskalation als Ausweg?

Tatsächlich dürften sich jedoch alle Dorstfelder und Feiernden rund um den Wilhelmplatz gut beraten sein, sich nicht auf polizeiliche „Spielchen“ einzulassen. Ob eine solche Deeskalation erfolgversprechend ist, wird aber auch davon abhängen, wie sehr die Polizei Feiernde auch im Umfeld bedrängt. Daß Planungen für eine massive Ausweitung des Einsatzes existieren, zeigen Begehungen von Parkanlagen in ganz Unterdorstfeld, die in den vergangenen Tagen durch Beamte des polizeilichen Staatsschutzes erfolgten und offenbar zur Vorbereitung eines größeren Einsatzes dienen.

Tatsächlich wäre die Polizei jedoch gut beraten, auf die Dorstfelder Bevölkerung zuzugehen statt durch ein überzogenes Aufgebot eine Polizeistaats-Atmosphäre zu suggerieren, die sicherlich alles andere als ein Beitrag zu fröhlichen Neujahrsfeierlichkeiten ist.

Quelle: DortmundEcho

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