Angebliche Messerattacke: Linke Szene zweifelt – „Großdemo“ vor dem Aus?

In der linken Szene wurden inzwischen Zweifel an dieser Darstellung laut“, schreibt „Ruhr Nachrichten“-Journalist Peter Bandermann in einer Randnotiz in einem Artikel über politischen Extremismus in Dortmund – doch dieser Satz verdient Aufmerksamkeit, behandelt er doch den angeblichen Überfall auf einen 24-Jährigen Antifaschisten, der vor rund zwei Wochen für Aufmerksamkeit sorgte (das „DortmundEcho“ berichtete). Seinerzeit waren Zweifel an der angeblichen Attacke aufgekommen, bei der – selbst auf „Beweisbildern“ – keine Stichverletzung zu erkennen war, außerdem wurde der Vorfall erst nach einer Ruhrgebiets-Rundreise viele Stunden später angezeigt, weshalb sich die Polizei auch sehr zurückhaltend gegenüber der Öffentlichkeit äußerte und selbst unterstrich, daß offenbar Zweifel am Tathergang bestehen. Ohne Neuigkeiten über den Stand der Ermittlungen zu erfahren, mehren sich diese Zweifel selbst in der linken Szene, wenn sogar die „Ruhr Nachrichten“ nicht vermeiden können, diesen Umstand zu erwähnen. Unabhängig davon, ob es den Vorfall am Westpark gegeben hat, wird die angebliche Attacke jedoch durch Teile der linken Szene, insbesondere der Linkspartei und ihrer Vorfeld- bzw. Jugendorganisationen, instrumentalisiert, um einen Schwung in den – ansonsten eher kläglichen – Protesten „gegen Rechts“ zu erzielen, u.a. wurde eine „Großdemonstration“ am 24. September 2016 angekündigt.

Unglaubwürdiges „Opfer“ gefährdet geplante Demonstration

Tatsächlich demonstrierten etwa 300 Antifaschisten als Folge des angeblichen Angriffs von der Innenstadt nach Dorstfeld (wo das vermeintliche „Opfer“ ebenfalls vor einigen Wochen in einen mysteriösen Vorfall involviert gewesen sein will) und wollten damit ein erstes Zeichen setzen – großspurig wurde eine Demonstration mit mehreren tausend Teilnehmern angekündigt, die am 24. September 2016 stattfinden soll. Entgegen ersten Aufrufen, blieb es in den letzten Tagen jedoch erstaunlich still und es wirkt fast, als wäre die Kampagne bereits in den Kinderschuhen festgefahren – die Zweifel innerhalb der linken Szene dürften ihren Teil dazu beitragen, auch die bürgerlichen Kräfte in der Zivilgesellschaft halten sich erkennbar zurück. Gut möglich, daß auch dort Zweifel vorherrschen, denn selbst bei den Kommentatoren des linken Internetportals „Ruhrbarone“ wird die Schilderung des 24-jährigen Antifaschisten in Frage gestellt.

Messerstich ließe sich leicht widerlegen

Ob das Kartenhaus, welches mutmaßlich über der Geschichte der Messerattacke aufgebaut wurde, in sich zusammenfällt, dürfte entscheidend vom Ermittlungseifer der Polizei abhängen: Neben kritischen Fragen, warum eine Messerattacke nicht sofort angezeigt wurde oder ein Krankenhaus im ca. 50 Kilometer entfernten Mülheim aufgesucht wurde, statt etwa 500 Meter weiter in die städtischen Kliniken zu gehen, liefert ein Artikel der linken Seite sozialismus.info Rückschlüsse, die einen Messerangriff unwahrscheinlich wirken lassen: Ein dort veröffentlichtes Bild zeigt eine Wunde, die eher nach einer aufgekratzten oder entzündeten Stelle wirkt, aber sicherlich nicht nach dem Stich mit einem Messer, der sich beispielsweise an einem typischen Klingenmuster erkennen ließe (zum Vergleich, so sieht ein Messerstich aus) und auch das T-Shirt, welches das „Opfer“ angeblich getragen haben will, weist paradoxerweise an der angeblichen Einstichstelle kaum Blut auf, obwohl gerade dieser Bereich blutgetränkt sein müßte – von dem Zufall, daß die dokumentierten, ziemlich verteilten Blutflecke, bei der ÖPNV-Fahrt nach Mülheim keinem Passanten oder gar Polizisten aufgefallen sein wollen, ganz zu schweigen. Vielleicht wurden diese Fragen aber bereits gestellt und die „Ruhr Nachrichten“ bereiten langsam vor, was bald nicht mehr zu verheimlichen sein wird: Der Überfall vom Westpark, ausgeschlachtet als „Mordanschlag“, könnte eine Erfindung sein und die gespielte Empörung zum Eigentor werden, es wäre nicht der erste Vorfall, mit dem ein junger Mann nach Aufmerksamkeit sucht und sich zu einem Daueropfer „rechter Gewalt“ macht, um im Mittelpunkt zu stehen.

Quelle: DortmundEcho

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