Dortmunder Probleme: Ullrich Sierau und die „Reichsbürger“

„Nur sehr sporadisch“ seien „Reichsbürger“ in Dortmund bislang in Erscheinung getreten, doch die Dortmunder Stadtverwaltung zeigt, wo sie ihre Prioritäten setzt. Wie die „Ruhr Nachrichten“ aktuell auf ihrer Internetseite ausführen, existiert eine Handlungsanweisung für städtische Mitarbeiter, die offenbar von Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) verfaßt worden sein soll und erläutert, wie mit Menschen umzugehen sei, welche die Bundesrepublik nicht anerkennen und dementsprechend auch städtische Geldforderungen als gegenstandslos ansehen würden.

Angesichts einer Gesamtverschuldung von 2,4 Milliarden Euro erscheint es aus Sicht der Stadtführung sicherlich einfacher, neunmalkluge Schriftsätze zu verfassen, die sich mit einer Handvoll „Reichsbürger“ auseinandersetzen als endlich den notwendigen, konsequenten Politikwechsel voranzutreiben, damit Dortmund aus den roten Zahlen herauskommen würde.

Städtische Empfehlung: Keine Diskussionen mit „Reichsbürgern“ führen

Offenbar rät Sierau seinen Mitarbeitern, keine Diskussionen mit „Reichsbürgern“ zu führen, dafür aber umso konsequenter Bußgelder einzutreiben und „alle Möglichkeiten der Ahndung bei Ordnungswidrigkeiten auszuschöpfen“. Diese Formulierung ist umso interessanter, als daß sie im Umkehrschluß bedeutet, bei anderen Personenkreisen (welche darunter fallen, kann vom interessierten Leser freilich nur spekuliert werden) würden diese Möglichkeiten eben nicht vollständig angewandt und des öfteren „ein Auge zugedrückt“. Ansonsten sichert der rote OB seinen Mitarbeitern vorsorglich Rechtsschutz zu, falls diese als Privatpersonen von Klagen der „Reichsbürger“ überhäuft würden. Und, falls sich ein „Reichsbürger“ in die Dortmunder Stadtverwaltung einschleicht, hat Sierau auch eine Patentlösung parat: „Bei Verdacht, daß unter den städtischen Mitarbeitern selbst Reichsbürger sind, sollten Kollegen das unverzüglich melden, fordert Sierau – allerdings mit konkret belegbaren Angaben“.

Vielleicht durch eine Kopie des Reichspasses oder einem Aluhut in passender Kopfgröße. Es ist mitunter sowohl belustigend als auch ziemlich absurd, welche Blüten die krankhafte Sorge vor „Reichsbürgern“ in Behörden und Medien treibt. Deutschland im Jahr 2017 hat wahrlich andere Probleme als ein paar Staatstheoretiker, Hobby-Historiker oder verbitterte Querulanten, die sich mit den Mächtigen (durchaus berechtigterweise) nicht abfinden wollen und nach Möglichkeiten suchen, Sand in ihr Getriebe zu streuen.

Quelle: DortmundEcho

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