Dortmunder Silvesternacht: Schönrederei und noch mehr Feierverbote!

Eine Ansammlung von etwa 1000 Personen auf dem Platz von Leeds überschattete die Silvesterfeierlichkeiten in Dortmund: Raketen wurden auf Polizisten geschossen, es gab Ausschreitungen, sogar die Reinoldikirche fing Feuer.

Unter den Tätern: Viele junge Männer aus nordafrikanischen Staaten, genau jenes Klientel, das im Vorjahr für die Kölner Silvesterübergriffe verantwortlich war. Während die Massenmedien die Dortmunder Geschehnisse relativierten, verbreitete sich die Berichterstattung des „DortmundEchos“ durch ganz Deutschland, alleine an Neujahr fanden sich 125.000 Besucher auf der alternativen Nachrichtenplattform ein.

Offenbar als Reaktion auf diese weite Verbreitung, wagen sich die herkömmlichen Medien mittlerweile an eine zaghafte Aufarbeitung, das Portal „Dortmund24“ berichtet beispielsweise unter Berufung auf die Polizei, dass nicht nur junge Männer am „Platz von Leeds“ gefeiert hätten, sondern auch viele Familien mit Kindern, um aber gleichzeitig mit der veröffentlichten Fotogalerie zu beweisen, daß Familien oder gar Kinder eine Rarität auf den Bildern der Silvesternacht sind.

Offenbar der schwachen eigenen Argumente bewußt, wird aktuell sogar versucht, ein offensichtliches Fake-Video, welches ein unbekannter Autor bei Youtube als „Silvester in Dortmund“ verbreitet und welches offenbar tatsächlich in Nordafrika aufgenommen wurde, als Falschmeldung zu präsentieren – dabei ist unstrittig, daß dieses Video nicht aus Dortmund stammt, die Ereignisse in der Silvesternacht lassen sich dadurch aber nicht als Falschmeldung erklären, auch wenn der eingeschlagene Tenor genau in diese Richtung argumentiert.

Sierau kündigt Böllerverbot für 2017 in der ganzen Innenstadt an

Auch Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) versucht selbstverständlich, die Gemüter zu beruhigen: „Sowohl die Einrichtung der beiden Böller-Verbotszonen für die Dortmunder Innenstadt als auch die starke Präsenz vor Ort haben die richtige Wirkung gezeigt. Das läßt sich daran ablesen, daß es laut Polizeistatistik zu weniger Straftaten als beim Jahreswechsel 2015/2016 gekommen ist“, verkündet Dortmunds Stadtoberhaupt stolz in einer Pressemitteilung.

Ein paar Sätze weiter muß Sierau jedoch selbst zugeben, daß ein Blick auf die Statistik wenig aussagekräftig ist, lassen sich Straftaten in ihrer Dimension wohl kaum numerisch gegeneinander aufrechnen: „Im Rahmen der nun folgenden detaillierten Aufarbeitung des Einsatzes, so der OB, gilt es auch der Frage nachzugehen, wo die Menschen hergekommen sind, die sich vornehmlich auf dem Platz von Leeds versammelt haben. Es ist zu klären, wie und mit welchem (Feier-)Ziel sich mehrere hundert junge Männer vorwiegend nordafrikanischer Herkunft in Dortmund verabredet haben“ – angesichts der ersten positiven Einschätzung des Bürgermeisters, stellt sich die Frage, warum dieser dennoch die Ansammlung am „Platz von Leeds“ aufarbeiten möchte. Vielleicht war es mit dem Motto „Friede, Freude, Eierkuchen“ doch nicht allzuweit her. „Eine offene westfälische Feierkultur sollte nicht überstrapaziert oder gar mißbraucht werden“, gibt Sierau schließlich auch allen (Dauer-)Besuchern Dortmunds mit auf den Weg, wobei eine Feierkultur mit massenhaften Gewaltexzessen und dem Inbrandsetzen eines Außengerüstes der Reinoldikirche durch einen zum Teil entfesselten Mob wohl wenig gemeinsam haben.

Obwohl Sierau offiziell zufrieden mit dem Verlauf der Silvesternacht 16/17 ist, kündigt er bereits an, sich in der nächsten Zeit Gedanken über ein innenstadtweites Böllerverbot für die Feierlichkeiten 2017/18 machen zu wollen. Besser könnte sich der SPD-Politiker selber kaum als Schönredner präsentieren, denn solche kosmetischen Spielereien zeigen, daß von der Stadtführung mehr erwartet wird als ein „weiter so“. Und dieses „weiter so“ wäre doch gerechtfertigt, wenn, ja wenn eben alles friedlich geblieben wäre und sich nicht die Folgen der gescheiterten Asylpolitik explosionsartig in der Innenstadt entladen hätten.

Quelle: DortmundEcho

Bild: Erwin Lorenzen / pixelio.de (Symbolbild)

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