Drei Jahre PEGIDA – Zeit für eine Zwischenbilanz

Am 20. Oktober 2014 versammelten sich zum ersten Mal die Teilnehmer von PEGIDA in Dresden, um zum ersten Mal ihren so genannten „Abendspaziergang“ abzuhalten. Mittlerweile sind nun drei Jahre vergangen – Zeit für eine kleine Zwischenbilanz.

Was zu Beginn nur wenige Menschen anzog, wuchs in wenigen Wochen zu etwas heran, das die Hoffnung eines jeden Patrioten und Nationalisten erweckte. Es gingen wieder Massen von Menschen für ein gemeinsames Ziel auf die Straße. Innerhalb weniger Monate wuchsen die Spaziergänge von anfangs wenigen Teilnehmern auf knapp 30.000 Teilnehmer zu Beginn des Jahres 2015. Wie bei jeder jungen pro-deutschen Organisation, stand man auch hier – vor allem durch den schnellen Zuwachs – schnell am Scheideweg. Führt man den erfolgreichen Weg weiter und findet vielleicht sogar neue Wege, um noch erfolgreicher zu werden und auch über die Grenzen von Dresden hinaus ähnlich große Erfolge feiern zu können, oder bricht man unter dem Druck von Staat, Medien und politischen Gegnern zusammen und verschwindet wieder in der Bedeutungslosigkeit?

Mittlerweile treffen sich montags nur noch wenige tausend Teilnehmer. Sicher, tausende Teilnehmer sind immer noch eine beachtliche Zahl, die man Woche für Woche auf die Straße bringt, aber mit den Anfängen sind diese Zahlen nicht mehr zu vergleichen. Wo wurden die Fehler gemacht, die zu diesen Verlusten führten?

Zuerst muß man den Gründern wohl vorwerfen, daß gar kein großes Interesse daran bestand, daß sich der Verein PEGIDA über die Grenzen von Dresden hinaus zu einer deutschlandweiten Bewegung entwickelt. Ableger, die sich hier und dort gründeten – zum Beispiel auch in Karlsruhe mit KARGIDA – wurden entweder kaum unterstützt oder sogar boykottiert und systematisch ausgegrenzt.

Distanzierungen und Abgrenzungen standen ohnehin an der Tagesordnung. Wer „zu rechts“ war, sollte nicht an den Demos teilnehmen, geschweige denn eigene Demonstrationen mit der „GIDA-Endung“ durchführen. Wer Israel kritisiert, darf erst Recht nicht mitmachen. Manche Redner sorgten auf den Veranstaltungen selbst für schlechte Stimmung. Als Beispiel hierfür kann man in Karlsruhe den Redner Michael Stürzenberger nennen, der in seiner Rede offen gegen die Partei DIE RECHTE, im besonderen gegen den LV Bayern, wetterte. Zum damaligen Zeitpunkt bestanden die damaligen Teilnehmer der KARGIDA-Demos zu gut einem Viertel aus Mitgliedern und Sympathisanten der Partei DIE RECHTE und weiteren parteifreien Kameraden aus der Region.

Diese öffentlichen Distanzierungen von Personen wie Stürzenberger führten dazu, daß die Teilnehmerzahlen von KARGIDA (später „PEGIDA Karlsruhe“ bzw. „Karlsruhe wehrt sich!“) schnell in den Keller sanken und man am Ende oftmals nur noch mit einem knappen Dutzend Teilnehmer da stand. Personen wie Michael Stürzenberger scheinen solche Umstände nichts auszumachen, Demonstrationen seiner erfolglosen Partei DIE FREIHEIT haben auch nicht mehr Teilnehmer vorzuweisen als PEGIDA-Demonstrationen in Karlsruhe am Ende.

Diese Erwähnung zu PEGIDA in Karlsruhe soll aber nur eine Randnotiz bleiben.

Zur eigentlichen PEGIDA in Dresden bleibt zu sagen, daß viele zu Beginn anscheinend die Vorstellung hatten, daß man diesen Staat ändert, indem man sich einmal in der Woche zum Spazierengehen trifft. Nachdem allerdings Monate später immer noch nichts passierte und sogar die Grenzen Deutschlands für die ankommenden Wirtschaftsmigranten geöffnet wurden, verließ viele bereits wieder der Mut, ob die Umsetzung von PEGIDA die Richtige ist.

Die Führung zerstritten über die Ausrichtung. Auch hier distanzierte man sich gegenseitig von anderen Mitgliedern der eigenen Vereinsführung. Austritte, Rausschmisse, gegenseitige Beschuldigungen, Presseskandale, desolate Auftritte einer Katrin Oertel im Fernsehen usw. sorgten dafür, daß Teilnehmerzahlen und Anerkennung deutlich zurückgingen.

Der Vorsitzende Lutz Bachmann lebt mittlerweile auf Teneriffa und kommt nur noch zu den Spaziergängen nach Deutschland. Womit er seine Bleibe in Teneriffa finanziert, bleibt sein Geheimnis. Hier hätte PEGIDA eine riesige Möglichkeit gehabt. All die Gelder, die dort als Spenden eingenommen wurden, hätten z.B. in soziale Projekte gesteckt werden können, um bedürftigen Volksgenossen zu helfen. Kritik an den Herrschenden ist die eine Seite, es selbst besser zu machen die andere. Dies wurde von PEGIDA leider komplett verweigert.

Mit Sicherheit hat PEGIDA dazu beigetragen, daß in der deutschen Bevölkerung ein Umdenken stattgefunden hat. Mit Sicherheit hat der parlamentarische Erfolg der AfD auch etwas mit PEGIDA zu tun. Und mit Sicherheit haben sich etliche Organisationen und Gruppierungen gebildet, die auf den Zug von PEGIDA aufgesprungen sind und auch heute noch gute Arbeit leisten. Wenn man aber sich vor Augen führt, was ohne die Distanzierungen, Streitereien und peinlichen Auftritte möglich gewesen wäre, dann muß man zusammenfassend leider von einer vergebenen Chance reden.

Nun feiern der Verein bzw. die Spaziergänger den dritten Geburtstag. Und noch immer laufen sie in Dresden im Kreis und meinen, so diese Republik verändern zu können. Wer die Beiträge des Vorsitzenden Lutz Bachmann im Weltnetz verfolgt, der weiß, daß sich PEGIDA auch niemals mehr über diesen Zustand hinaus entwickeln wird.

Quelle: DIE RECHTE – Landesverband Baden-Württemberg

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