Nach Großeinsatz bei Gutmenschengedenken: DIE RECHTE informierte in Dorstfeld

Der Straßenbahnverkehr wurde eingestellt, eine mobile Trennwand mitten durch den Dorstfelder Ortskern errichtet, eine dreistellige Zahl von Polizisten an allen Schlüsselpositionen aufgefahren und willkürlich Personenkontrollen durchgeführt: Die Herrschenden gaben sich alle Mühe, das jährliche Gutmenschen-Gedenken, das am 9. November 2017 am jüdischen Mahnmal an der Arminiusstraße stattfand und traditionell von nationalen Protesten begleitet wird, abzuschirmen.

Für einige Dutzend, fast ausnahmslos aus anderen Stadtteilen herangekarrte Demonstranten, darunter zahlreiche Politfunktionäre der etablierten Parteien, wurde kurzerhand der Ausnahmezustand für Dorstfeld ausgerufen. Um im Nachgang über diese bedenklichen Ereignisse zu informieren und zugleich deutlichzumachen, daß solche Umstände unterstreichen, wie wichtig der Protest gegen die einseitige Gedenkveranstaltung von Dortmunds Stadtspitzen ist, verteilten Aktivisten am Samstag (11. November 2017) Flugblätter an Haushalte in Unterdorstfeld – dem Gebiet, das die Polizei zwei Tage zuvor de facto lahmgelegt hatte.

Appell für 2018: Nachbarschaftliche Solidarität gegen die Repression!

Neben Informationen über den zurückliegenden Einsatz, bei dem Polizei und Stadt zusammen gegen die Dorstfelder Bevölkerung vorgingen, wurde gleichzeitig appelliert, bei der kommenden Veranstaltung im November 2018 einem Staatsapparat, der sich als Besatzungsmacht gegen eine gesamte Stadtteilbevölkerung aufspielt, durch nachbarschaftliche Solidarität entgegenzutreten. Wenn der Pizza-Bote nicht mehr zu seinem Arbeitsplatz kommt, weil er in einer Polizekontrolle festgehalten wird, wenn der Arztbesuch zum Verhandlungsgegenstand wird und von der Laune eines Hundertschaftspolizisten abhängt, wird deutlich, wie stark Grundrechte für eine Veranstaltung eingeschränkt worden sind, die offenbar für Polizei, Stadt und Politik höchste Priorität genießt und bei der nicht einmal Gegenproteste zugelassen werden sollen, obwohl diese ein elementares Grundrecht des Staates sind, auf den zumindest Polizei und verbeamtete Stadtverwaltung einen Eid geschworen haben sollten.

Grund genug deshalb, den 9. November für 2018 bereits vorzumerken, aber ebenso ist es eine Aufgabe, dafür zu sorgen, daß Polizeiwillkür, Schikanen und Observation Dorstfelder Bürger ihren politischen Preis haben. Das Vertrauen vieler Dorstfelder in die politische Polizei tendiert ohnehin gegen Null, denn die Anwohner werden seit Jahren mit überzogenen Einsätzen konfrontiert und können aus eigener Erfahrung weitergeben, wie im „Kampf gegen Rechts“ zur Hetzjagd auf die eigene Bevölkerung aufgerufen wird. Das gilt es, weiter in die Öffentlichkeit zu rücken!

Quelle: DortmundEcho

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