Stallgeruch und Sommertheater

Der Mensch ist ein Herdentier – überwiegend. Abgesehen von seiner mehr oder minder großen Intelligenz fällt er im Tierreich auch noch in anderer Hinsicht auf. Ursprünglich ein reiner Pflanzenfresser, entwickelte er Geschmack an tierischer Nahrung und wurde damit zum Allesfresser, zum Omnivoren. Deshalb ist der Drang nach Herdenwärme und Stallgeruch stark ausgeprägt, aber nicht allein beherrschend.

Sonderrechte

Erinnert sich noch jemand an Daniel „Danny“ Dattel, den Devisenhändler der im Jahre 1974 pleite gegangenen Herstatt-Bank? 1976 wurde er wegen Verdachts auf  Untreue, Betrug und Bilanzfälschung zusammen mit ein paar anderen Managern der Bank festgenommen und verbrachte einige Wochen in Untersuchungshaft. In dem drei Jahre später begonnenen Prozeß wurden zwei andere Manager zu jeweils rund zweieinhalb Jahren Haft und einer für Manager nicht gerade übertrieben hohen Geldstrafe von 45.000 D-Mark verurteilt. Dattel allerdings ging straffrei aus. Nicht, weil er unschuldig war und freigesprochen wurde. Oder weil an seiner Schuld zumindest hinreichende Zweifel bestanden und nach dem Rechtsgrundsatz „in dubio pro reo“, im Zweifel für den Angeklagten, verfahren wurde. Nein, der damals 39 Jahre alte und körperlich kerngesunde Mann wurde von Gutachtern für verhandlungsunfähig erklärt. Grund dafür war, daß er 1944 – als Vierjähriger – im Konzentrationslager Auschwitz interniert gewesen war. Zu seinem Glück hatte er das Konzentrationslager zwar überlebt, sogar körperlich unbeschädigt, aber er hatte das sogenannte „KZ-Syndrom“ davongetragen. Und das machte ihn nach gutachterlicher Aussage eben verhandlungsunfähig.

Schalldruck statt Wasserdruck

Deutsche Waffen haben einen guten Ruf. Nicht unbedingt im Bereich computergestützter Hochtechnologie, da ist der Vorsprung der Amerikaner kaum einzuholen. Aber wenn es um solide, bodenständige Arbeit geht, ist unsere Industrie kaum zu schlagen. Deshalb ist ja auch der Panzer Leopard II ein Exportschlager und nicht sein amerikanisches Gegenstück, der Abrams.

Rentenbetrug – aber nicht bei uns…

In modernen Gesellschaften passiert es immer wieder, eine Folge von Vereinsamung und Auflösung sozialer Bindungen. Ein alter Mensch stirbt, und keiner merkt es. Je nach Witterungslage riecht es im Treppenhausflur ein paar Tage etwas unangenehm, aber keiner der Nachbarn kommt auf den Gedanken, daß es sich um Verwesungsgeruch handeln könnte und verbindet das mit dem Umstand, daß man Oma Machulke oder Opa Hennigmeyer schon lange nicht mehr gesehen hat. Schlimmstenfalls liegt ein mumifizierter Leichnam dann auch schon mal ein, zwei Jahre in der Wohnung, und hinterher ist das Entsetzen groß.

Schuld und Sühne

Nein, es folgt jetzt keine Rezension über Fjodor Dostojewskis Roman. Es folgen stattdessen ein paar Anmerkungen über einen durchaus noch lebendigen Zeitgenossen, den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Herrn Nikolaus Schneider.

Kleine Nachwehen einer gescheiterten Fusion

Die sogenannte Fusion zwischen NPD und DVU führt noch immer zu kleinen Nachwehen, auch, nachdem die gerichtliche Anfechtung derselben beendet ist. Dafür steht der NPD ein neuer Prozeß ins Haus. Diesmal nicht seitens ehemaliger DVU-Angehöriger, sondern mit der Bundestagsverwaltung.

Gewalt gegen Polizisten

Die Gewalt gegen die Vertreter des staatlichen Gewaltmonopols nimmt zu. Fast alle Bundesländer melden das in den Statistiken. In Berlin stieg die Zahl der Körperverletzungen zum Nachteil von Polizeibeamten um satte 120 Prozent auf mehr als das Doppelte, Widerstandshandlungen immerhin noch um 60 Prozent. In Bayern wurde im vergangenen Jahr fast jeder dritte Polizist angepöbelt, angespuckt oder sogar körperlich angeriffen. Ähnliche Meldungen kommen aus Baden-Württemberg, Hessen oder Nordrhein-Westfalen. Lediglich in Schleswig-Holstein sank im Jahre 2011 Gewalt gegen die Polizei geringfügig; offenbar ein statistischer Ausreißer.

Demokraten können fremdenfeindlich sein!

Diese erstaunliche Erkenntnis erhalten wir auf indirektem Wege aus dem Bundesinnenministerium. Erstaunlich ist sie, weil bisher Extremismus (zumindest von rechts) und Fremdenfeindlichkeit gewissermaßen als Synonyme behandelt oder benutzt worden sind. Aber offenbar ist dem nicht so.

Gewaltenteilung reduzieren

Das ist der Wunschtraum von Italiens Ministerpräsident Mario Monti. Er empfiehlt im Interwiev mit dem SPIEGEL, der sich einstmals als „Sturmgeschütz der Demokratie“ sah, daß die Regierungen sich ihre Handlungsfreiheit gegenüber den Parlamenten bewahren sollten. Wörtlich wird er wiedergegeben wie folgt: „Wenn sich Regierungen vollständig durch die Entscheidungen ihrer Parlamente binden ließen, ohne einen eigenen Verhandlungsspielraum zu bewahren, wäre das Auseinanderbrechen Europas wahrscheinlicher als eine engere Integration.“