Live-Ticker Demonstration Koblenz (ergänzt)

Nachtrag: Bürgerliche Medien beziffern die Zahl der Gegendemonstranten mit „600 bis über 700“. Dabei wird teilweise eingeräumt, daß eine Zählung schwierig sei, weil es sich um mehrere Gegendemonstrationen handelte. Nach unseren Beobachtungen haben die maximal 400 DGB-Demonstranten am Hauptbahnhof danach in wechselnder Beteiligung an mehreren Gegenkkundgebungen teilgenommen, so daß die gleichen Leute einfach mehrmals gezählt werden konnten. Wir bleiben bei unserer Darstellung, daß die Gegegendemonstranten in einer Zahl von ca. 300 bis 400 insgesamt aufgetreten sind.

Meinungsfreiheit hüben und drüben

Internationales Aufsehen erregt hat der Prozeß gegen drei junge russische Punk-Musikerinnen der Gruppe „Pussy Riot“. Wegen eines durchaus despektierlichen Auftritts in einer russisch-orthodoxen Kathedrale sind sie seit etwa einem halben Jahr in Haft und wurden heute zu jeweils zwei Jahren Straflager verurteilt. Die Richterin blieb damit um ein Jahr unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Was bei dieser speziellen Richterin Marina Syrowa übrigens sehr, sehr selten vorkommen soll.

Keine Bundeswehr gegen Demonstranten

Das Bundesverfassungsgericht hat in einer Plenumsentscheidung, also mit all seinen 16 Richterinnen und Richtern, entschieden: In „Ausnahmesituationen katastrophischen Ausmaßes“ sei zulässig, die Bundeswehr auch im Inland einzusetzen. Ausdrücklich ausgenommen hiervon haben sie den Einsatz bei Großdemonstrationen. Ebenfalls ausdrücklich ausgenommen ist der Abschuß gekaperter Zivilflugzeuge. Ein solche Maschine dürfte von Kampfjets der Bundeswehr „nur abgedrängt oder zur Notlandung gezwungen werden, auch Warnschüsse können abgegeben werden“. Zweifellos sind das höchst sinnvolle Maßnahmen, wenn zum eigenen Tod entschlossene Terroristen wissen, daß ihr möglicherweise in eine Bombe umgewandelter Passagierflieger letztlich nicht abgeschossen werden darf…

Prominenter Botschaftsflüchtling

Vor dreiundzwanzig Jahren trugen Botschaftsflüchtlinge indirekt zum Untergang des SED-Regimes mit bei, die sich vor allem in die Prager, aber auch die Warschauer Botschaft der BRD flüchteten. Obwohl „sozialistisch Bruderstaaten“ der ehemaligen DDR, achteten sowohl die Tschechen als auch die Polen die internationalen Vereinbarungen, nachdem diplomatische Vertretungen strikte Immunität genießen.

Noch mehr K(r)ampf gegen rechts

Ein Heer von mehr oder minder gut bezahlten Staatsbediensteten sitzt in den Amtsstuben, bewegt sich körperlich möglichst wenig, ist dafür aber geistig rege, wenn es darum geht, mißliebige Mitmenschen zu ärgern. Besonders mißlibig ist natürlich, wer politisch rechts steht.

Stallgeruch und Sommertheater

Der Mensch ist ein Herdentier – überwiegend. Abgesehen von seiner mehr oder minder großen Intelligenz fällt er im Tierreich auch noch in anderer Hinsicht auf. Ursprünglich ein reiner Pflanzenfresser, entwickelte er Geschmack an tierischer Nahrung und wurde damit zum Allesfresser, zum Omnivoren. Deshalb ist der Drang nach Herdenwärme und Stallgeruch stark ausgeprägt, aber nicht allein beherrschend.

Sonderrechte

Erinnert sich noch jemand an Daniel „Danny“ Dattel, den Devisenhändler der im Jahre 1974 pleite gegangenen Herstatt-Bank? 1976 wurde er wegen Verdachts auf  Untreue, Betrug und Bilanzfälschung zusammen mit ein paar anderen Managern der Bank festgenommen und verbrachte einige Wochen in Untersuchungshaft. In dem drei Jahre später begonnenen Prozeß wurden zwei andere Manager zu jeweils rund zweieinhalb Jahren Haft und einer für Manager nicht gerade übertrieben hohen Geldstrafe von 45.000 D-Mark verurteilt. Dattel allerdings ging straffrei aus. Nicht, weil er unschuldig war und freigesprochen wurde. Oder weil an seiner Schuld zumindest hinreichende Zweifel bestanden und nach dem Rechtsgrundsatz „in dubio pro reo“, im Zweifel für den Angeklagten, verfahren wurde. Nein, der damals 39 Jahre alte und körperlich kerngesunde Mann wurde von Gutachtern für verhandlungsunfähig erklärt. Grund dafür war, daß er 1944 – als Vierjähriger – im Konzentrationslager Auschwitz interniert gewesen war. Zu seinem Glück hatte er das Konzentrationslager zwar überlebt, sogar körperlich unbeschädigt, aber er hatte das sogenannte „KZ-Syndrom“ davongetragen. Und das machte ihn nach gutachterlicher Aussage eben verhandlungsunfähig.

Schalldruck statt Wasserdruck

Deutsche Waffen haben einen guten Ruf. Nicht unbedingt im Bereich computergestützter Hochtechnologie, da ist der Vorsprung der Amerikaner kaum einzuholen. Aber wenn es um solide, bodenständige Arbeit geht, ist unsere Industrie kaum zu schlagen. Deshalb ist ja auch der Panzer Leopard II ein Exportschlager und nicht sein amerikanisches Gegenstück, der Abrams.