Schlechten Stil…

…beweist Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich von der CSU. Seit Freitag kursieren in den Medien Informationen, daß er die komplette Spitze der Bundespolizei (vormals: Bundesgrenzschutz) entlassen will, den Chef Seeger und seine beiden Vizes Lohmann und Frehse. Eine entsprechende offizielle Mitteilung sollen sie am Montag bekommen.

Das empfindet wohl nicht nur die Deutsche Polizeigewerkschaft als „schäbig und menschlich unanständig“. Ein anderer hochrangiger Vertreter der Gewerkschaft sprach von „beispielloser Ungerechtigkeit“.

Mangels offizieller Erklärung wird über die Gründe für diesen Schritt derzeit nur spekuliert. Einige meinen, Seeger seien angebliche Verbindungen zum autoritären Regime Weißrusslands vorzuwrfen. Möglicherweise spielt aber auch eine Rolle, daß Seeger sich vehement gegen eine Zusammenlegung von Bundespolizei und  Bundeskriminalamt ausgesprochen hat. Zwar sind diese Pläne inzwischen schon vom Tisch, aber seine Kritik daran hat man im Innenministerium Seeger möglicherweise nachhaltig übel genommen.

Vielleicht ist dieser Verärgerung der Grund dafür, daß die Betroffenen zuerst einmal aus den Zeitungen von ihrem beruflichen Schicksal erfahren durften.

5 Antworten auf „Schlechten Stil…“

  1. Der schlechte Stil der Personalentscheidungen bei der Bundespolizei sei „vollkommen inakzeptabel“, soll das Oberhaupt der Gewerkschaft der Polizei, Scheuring, ergänzt haben. Die Bundespolizei – mit 40 000 Mitarbeitern die größte deutsche Sicherheitsbehörde. Ihre Hauptaufgabe sollte eigentlich die Sicherung eine souveränen deutschen Staates sein. Es liegt Einiges im Argen bei den deutschen Einrichtungen wie bei der Familie, der bürgerlichen Gesellschaft und des Staates.

  2. Vielleicht hat Herr Seeger dem BMI eine Absage erteilt, bei den zu erwartenden Demonstrationen und Hungerevolten im Zusammenhang mit dem möglichen Zusammenbruch der Eurozone keinen Schießbefehl zu erteilen und NICHT auf unbewaffnete Bürger zu schießen?
    Wer weiss was wirklich hinter der Ablösung der Bundspolizei-Führung steckt.

    1. Auch wenn die Hintergründe nicht ganz klar sind, laut Focus soll der Widerstand der Polizeispitze gegen die Reformpläne der Bundesregierung gebrochen werden. Fest steht, daß zunächst einmal, einfach Köpfe rollen. Hinzu kommt eine miserabele Stimmung unter den 40 000 Mitarbeitern. Nachfolger soll einer werden, der maßgeblich an der Razzia gegen die Mohammedanern beteiligt war.

  3. Da werden wohl noch mehr Köpfe rollen. Aussichtsreicher Kandidat für seine berufliche Enthauptung wird wohl der Chef der sächsischen Polizeigewerkschaft, Herr Schöne sein.

    Wagte er doch unlängst, öffentlich die Rechtmässigkeit des Handeln und Einschreiten der Polizeibeamten wegen der nicht mehr existenten Gesetze zu hinterfragen:

    http://staseve.wordpress.com/2011/09/28/landesvorstandsmitglied-der-polizeigewerkschaft-was-gilt-denn-noch-in-deutschland/

    Ich erinnere an eine Nachtsitzung des Bundestages vor zwei Jahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit, als über ein von der CDU eingebrachtes Gesetz zur Anwerbung von privaten, bewaffneten Sicherheitsdiensten (ähnlich den ehemaligen „Blackwatern“ aus den USA) abgestimmt werden sollte. Das wurde gottlob verhindert. Jedoch ist die Terminierung in den Nachtstunden für die „Verbrecherbande“ in Berlin bei solchen Themen charakteristisch.

    Da wird noch mehr kommen, was auf Gängelung der Bürger bis hin zu deren Repressalien wegen der zukünftigen Politik hinausläuft. €- Rettung und ESM sowie Target 2 bei der Bundesbank waren bestimmt erst der Anfang.

    st.

  4. Den Zeitungen war heute auch nur zu entnehmen, daß es keine Begründung für den Entscheid des Ministeriums gibt. Der neue Polizeichef wird demnach wohl Dieter Romann heißen, der bisherige Referatsleiter für Terrorismus-Bekämpfung. Würde mich wundern, wenn das Zufall ist.

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