Staatsanwaltschaft fordert mildere Strafe für Kinderschänder, weil DIE RECHTE vor seinem Haus demonstrierte!

Es grenzt an einen Justizskandal, was sich am vorletzten Verhandlungstag (Montag, 6. November 2017) im Prozeß gegen den Hörder Kinderschänder Voldemar M. zugetragen hat: Nachdem sich der Angeklagte in den letzten Prozeßtagen schrittweise geständig zeigte, standen die Plädoyers von Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung im Mittelpunkt. Und die hatten einige Überraschungen parat.

Von den über 250 angeklagten Mißbrauchsfällen sollen 134 Taten Gegenstand der Verurteilung sein, zudem räumte M. auch den Besitz von rund 6000 kinderpornographischen Bildern und Videos ein, die unter anderem Szenen von Vergewaltigungen zeigten. Doch wer gedacht hätte, daß der Staat gegen einen solchen Sex-Verbrecher seine Härte zeigt, wurde eines „Besseren“ belehrt: M. befindet sich nicht nur, trotz Erwartung einer hohen Freiheitsstrafe, auf freiem Fuß, sondern kann auf einen Strafrabatt hoffen, weil Anhänger der Partei DIE RECHTE vor seinem Wohnhaus im Hörder Bruch demonstrierten und die Nachbarschaft auf die Taten des Voldemar M. hinwiesen. Dies sei strafmildernd zu berücksichtigen, erklärte die Staatsanwältin, die insgesamt eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und zehn Monaten forderte, was angesichts der gravierenden Vorwürfe von Beobachtern als gering empfunden wird und durchaus nicht dem Gerechtigkeit trägt, was dem mißhandelten Mädchen, das zu Beginn der Übergriffe erst acht Jahre alt gewesen ist, widerfahren ist. Ein Mädchen, das nach Angaben der Nebenklage, die sich ansonsten den Forderungen der Staatsanwaltschaft anschloß, regelmäßig in Therapie ist und schon mehrere Aufenthalte in einer LWL-Klinik hinter sich hatte.

Verteidigung spielt die „Opfer“-Karte

Sichtlich angestachelt von den Ausführungen der Verteidigung, eine mildere Strafe für die „erlittene“ Outingaktion der Partei DIE RECHTE erhalten zu können, drückte der Anwalt von M. auf die umgangssprachliche Tränendrüse und führte aus, wie schwer der Prozeß für seinen Mandanten gewesen sei. Während der Anwalt die anfänglichen Leugnungen und Lügengeschichten des Angeklagten, die er bei seiner polizeilichen Vernehmung machte, als „typisches“ Verhalten von Sexualstraftätern rechtfertigte, wurden die Vorgänge, mit denen M. seiner Nachbarschaft vorgestellt und von dieser im Anschluß kritisch begleitet wurde, hinterfragt. So sei M. nicht nur „bloßgestellt“ worden, auch würde er von Nachbarn „bepöbelt“, sogar bei den Gerichtsverhandlungen will er sich verfolgt sehen (wobei Beobachter feststellten, daß der Angeklagte als solche Verfolgung offenbar bereits den Weg zur nächsten Straßenbahn ansieht, der nach Verhandlungsende häufig in unmittelbarer Nähe mit nationalen Prozeßbeobachtern erfolgt ist).

Auch das Haus von M. wäre sowohl innen als auch außen mit Graffitis besprüht worden, die auf einen Kinderschänder hinweisen, zudem wären die Reifen des Fahrzeuges, welches der Angeklagte nutzt, zerstochen worden. Diese Umstände wären es, die M. schwer zugesetzt hätten, weshalb die Strafe nach Ermessen des Gerichtes gemildert werden sollte. Tatsächlich handelt es sich, zumindest bei der „Vorstellung“ des Angeklagten durch Flugblätter der Partei DIE RECHTE, sowie die Teilnahme an einer spontanen Protestkundgebung vor den Wohnhaus von M., um gesetzlich konforme Umgangsformen, die ein Sexualstraftäter durchaus verkraften muß, immerhin hat er sich selbst zum Gegenstand der öffentlichen Berichterstattung gemacht. Ob in der Sowjetunion, aus welcher der 66-Jährige gebürtig stammt, Flugblätter und eine Spontankundgebung ebenfalls die größten Schwierigkeiten gewesen wären, denen sich sein überführter und geständiger Sexualstraftäter ausgesetzt gesehen hätte, darf stark bezweifelt werden.

Das Urteil, welches sich nach Einschätzung von Prozeßbeobachtern und der Erfahrung vergangener Prozesse gegen Kinderschänder in Dortmund, nahe an den Forderungen der Staatsanwaltschaft liegen dürfte, wird bereits am kommenden Dienstag (14. November 2017) um 16.30 Uhr in Saal 24 des Landgerichtes verkündet. Wie der gesamte Prozeß, ist auch die Urteilsverkündung öffentlich!

Quelle: DortmundEcho

Bild: Symbolbild

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